Intent-OptimierungKennt Ihr das? Ihr habt tolle Inhalte für eure Website geschrieben, den Inhalt bzw. Content optimiert, ein hochwertiges Linkprofil aufgebaut, Eure Webseite läd pfeilschnell und trotzdem stagnieren Eure Rankings Eurer Homepage? Es gibt zwar eine Vielzahl an möglichen Ursachen in der Suchmaschinenoptimierung für dieses Dilemma, möglicherweise liegt es jedoch auch daran, dass Ihr mit Euren Inhalten die Suchintention nicht hundertprozentig trefft? Genau hier könnte der Hase im Pfeffer liegen. Was genau Ihr dagegen tun könnt, zeigt Euch dieser Artikel!

Jeder, der sich intensiv mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, weiß, dass es oft nur Kleinigkeiten sind, an denen es hakt, wenn es mit den Rankings nicht so klappt, wie man sich das eigentlich vorstellt. Meist dreht mein ein wenig hier und ein bisschen dort, und schon entwickeln sich die Ergebnisse in die gewünschte Richtung. Sollten Eure Rankings aber tatsächlich stagnieren und es geht wirklich nichts mehr weiter, dann liegt es nicht selten daran, dass Eure Inhalte die Suchintention verfehlen. Wie Ihr dieses Problem behebt, lernt Ihr im Folgenden: Nutzt die Google Search Console

Google Search ConsoleGoogle Seach Console

Die Google Search Console (vormals Webmaster Tools) ist unserer Meinung nach ein unterschätztes Tool, denn Google liefert hier wertvolle Informationen, um Problemen auf den Grund zu gehen – und das auch noch gratis! Ein Feature, das für unseren Zweck hilfreich ist, nämlich der Punkt „Suchanalyse“, zeigt uns auf einem Blick, welche Seite für welches Keyword rankt und wie es um die Klickrates generell bestellt ist.

Seiten mit schlechter (Klick)-Performance identifizieren
Haltet in der Search Console nach Seiten mit schlechter Click-Through-Rate, kurz CTR, Ausschau. Damit Ihr wisst, welche CTR an welcher Position als Referenzwert gilt, schaut Euch am besten die Grafik von WordStream an, die Ihr in diesem Artikel findet.

Sobald Ihr damit vertraut seid, folgen die nächsten Schritte:

– In der Google Search Console einloggen.
– Punkt „Suchanfragen“ > „Suchanalyse“ auswählen (s. Screenshot).
– „Klicks“, „Impressionen“, „Klickrate“ und „Position“ anhaken.
– Zeitraum auf 90 Tagen einstellen.
– Jetzt auf den Radio-Button „Seiten“ wechseln.
– Als vorerst letzten Schritt nach Impressionen sortieren.

 
Search Console Suchanalyse

Search Console Suchanalyse

Was Ihr vor Euch habt: Seiten mit vielen Impressionen, aber schlechten Klickraten im Verhältnis zur durchschnittlichen Position. Vergleicht nun die Werte Eurer Seiten mit jenen in der WordStream Grafik. Der Einfachheit halber hier nochmal als Screenshot:

Click Through Rate (CTR)

 
Seiten mit verfehlter Suchintention finden

Jetzt klickt Ihr auf Seiten, die den Anforderungen der Grafik nicht entsprechen und wählt den Radio-Button „Suchanfragen“ aus. Was Ihr nun seht sind alle Suchanfragen, für die die ausgewählte Seite Impressionen bekommt. Wenn Ihr hier Keywords findet, die mit der Seite eigentlich nichts zu tun haben, dann heißt das, dass Google offensichtlich nicht klar erkennt, worum es hier inhaltlich geht! Das könnt Ihr aber an dieser Stelle ignorieren, denn wir suchen nach dem Main Keyword bzw. nach Suchanfragen, die ein Synonym des Haupt-Keywords abbilden. Jetzt sortiert Ihr wieder nach „Impressionen“ und Ihr bekommt eine schöne Übersicht von Seiten mit hohen Impressionen, aber einer geringen Anzahl an tatsächlichen Klicks. Schaut Euch in erster Linie die Seiten mit durchschnittlichen Positionen 1-10 an.

Exkurs: Die Intention hinter Keywords verstehen

Die Absicht eines Users hinter den eingetippten Keywords zu kennen ist Gold wert. Schließlich könnt Ihr darauf aufbauend Euren Content so gestalten, dass Ihr all seine Fragen bestmöglich beantwortet. Leider klingt das einfacher als es tatsächlich ist und erfordert neben Fingerspitzengefühl auch viel Recherchearbeit und jede Menge Tests. Was genau ein User will, der beispielsweise nach „Kindersitz“ sucht, lässt sich im ersten Moment nur erahnen. Der wohl einfachste Weg seine Absicht herauszufinden ist, die Top 3 zum gewünschten Suchbegriff zu analysieren und deren Inhalte zu „kopieren“. Natürlich nicht eins zu eins (duplicate content), aber Ihr könnt Euch zumindest daran orientieren. Versetzt Euch in diese Person und überlegt was Ihr an dessen Stelle von einem Suchergebnis erwarten würden. Hier reicht es sich Stichwörter zu machen und mit den Suchergebnissen abzugleichen. Dann heißt es noch einen draufzulegen. Hier könnt Ihr Eure eigenen Ideen austesten und neue Inhalte schaffen, die es so noch nicht gibt. Wenn Ihr es schafft den sogenannten „Content-Gap“ endgültig zu schließen, dann werdet Ihr Eurer Konkurrenz inhaltlich davonzuziehen.

Brandneue Inhalte schaffen & die Lücke schließen

Jetzt wo Ihr bereits mit Hilfe der Google Search Console Seiten identifiziert habt, bei denen es an den Klickraten hakt, könnt Ihr Euren vorhandenen Content etwas „pimpen“. Gute Inhalte werden vor allem bei informationslastigen Suchanfragen in der Regel belohnt. Wie genau Ihr diesen Content-Gap identifiziert und mit Euren Inhalten schließt, zeigen Euch folgende 5 Schritte:

  • Sucht nach Longtail Keywords, die zu Eurem vorhandenen Inhalt passen.
  • Reiht diese Liste nach Priorität.
  • Macht Euch zu jedem Keyword Notizen bezüglich der dahintersteckenden Suchintention – welche Fragen sollte man unbedingt beantworten?
  • Sucht jetzt nach diesen Keywords bei Google, schaut Euch die Top-10 Ergebnisse an und notiert Euch fehlende Infos! Vergebt einen Wert von 0-10 Punkte (0= alle Intentionen werden bereits abgedeckt, etc.).
  • Modifiziert nun Eure Inhalte dementsprechend und schaut, ob Google ähnlich darüber denkt wie Ihr und Euch mit besseren Rankings belohnt!

Ein weiterer guter Weg, um Content-Gaps zu finden ist, gezielt Foren nach Euren Keywords „abzugrasen“. Ihr werdet staunen wonach hier gesucht wird, was offensichtlich noch nirgends ausreichend beantwortet wurde! Ein, zwei neue Absätze mit diesen neuen Inhalten können wahre Wunder bewirken!

SERP-Schnipsel, Überschriften und den Seiteninhalt auf die richtige Suchintention ausrichten

Da wir jetzt genau wissen, welche Seite für welche Keywords rankt und wir den Inhalt etwas aufgebessert haben, wollen wir an dieser Stelle einen hochwertigen und zum Klicken animierenden SERP-Schnipsel erstellen. Wichtig: Der Schnipsel sollte nicht zu werblich sein und dem Inhalt der Zielseite entsprechen. Wenn Ihr hier etwas versprecht, dass die Seite nicht hält, dann sind hohe Absprungraten die Folge.

Google Snippet
Hier sind die wichtigsten Punkte erfüllt, nämlich:

  • Die maximale Zeichenzahl (600px breit). Hier findet Ihr ein praktisches Tool.
  • Der Title Tag enthält das Main Keyword und den Markennamen.
  • Die Alleinstellungsmerkmale werden dezent akzentuiert.
  • Ein attraktiver Call-To-Action (CTA).

Inhalt und SERP-Schnipsel müssen „matchen“

Die Suchmaschinen „Anzeigen“ sind also attraktiv gestaltet, jetzt heißt es die Inhalte darauf abzustimmen. Vor allem folgende Bereiche sollten mit dem SERP-Schnipsel übereinstimmen:

  • Seitentitel
  • Zwischenüberschriften
  • Struktur: Nutzt für längere Inhalte Inhaltsverzeichnisse. Für WordPress kann man beispielsweise das Plugin „Table Of Contents Plus“ empfehlen.

Wenn Ihr damit fertig seid, sollte die jeweilige Seite dem Versprechen aus dem SERP-Schnipsel entsprechen und die Suchanfrage bestmöglich beantworten!

Euer „Update“ am besten gleich indexieren lassen

Ruft nun wieder die Google Search Console auf, meldet euch an und wechselt zum Punkt „Crawling“ > „Abruf wie durch Google“. Kopiert die URL der geänderten Seite in das vorgesehene Feld und klickt auf „Abrufen und Rendern“. Wartet kurz und schickt sie nun an den Index. Es dauert meist nur wenige Minuten und schon ist die neue Version in den Suchergebnissen zu finden!

 
Website indexieren

Wartet jetzt ein paar Wochen ab, um aussagekräftige Daten zu sammeln und schaut Euch dann an, ob Eure Änderungen Früchte getragen haben. Wahrscheinlich müsst Ihr den Prozess vielleicht noch ein- bis zweimal wiederholen, bis das Ergebnis tatsächlich Euren Vorstellungen entspricht.
Falls Ihr das noch nicht tut, nutzt außerdem Google Analytics, um die Daten (Vergleichszeiträume, Absprungraten, Aufenthaltsdauer) mit den Daten der Search Console zu vergleichen. Achtet ob…

  • sich die Klickraten verändert bzw. verbessert haben.
  • sich die Absprungraten minimiert haben.
  • sich die Rankings entsprechend entwickelt haben.
  • sich die Aufenthaltsdauer der Besucher verlängert hat. (Wenn ja, dann ist das ein Beweis dafür, dass Ihr die Suchintention nun besser trefft)
  • sich Eure Conversion Rate verbessert hat.

Das Fazit

Wenn Ihr kontinuierlich gute Arbeit leistet und regelmäßig an Euren Inhalten feilt, werdet Ihr in der Regel langfristig dafür von Google mit besseren Rankings belohnt. Logischerweise nur dann, wenn Ihr Euch auch in Punkto Linkaufbau an die Google Vorgaben haltet. Mit der angeführten Methode könnt Ihr jedenfalls Schritt für Schritt Verbesserungen Eurer Inhalte durchführen und könnt langsam aber sicher auch bessere Rankings erwarten!

Autorenname: Gerald Bacher (Head of Linkbuilding & Online PR)
Gerald Bacher ist bei der SEO-Agentur Evergreen Media im Herzen Innsbrucks in erster Linie für den Bereich Linkbuilding zuständig. Neben weiteren On- und Off-Page Aufgaben, betreibt er außerdem eigene erfolgreiche Affiliate-Projekte.
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