LinkabbauEigentlich ist das Thema schon so alt wie SEO selbst, aber seit den letzten Google-Updates ist das Thema „Linkabbau“ wieder neu entfacht. In diversen Blogs und Foren, aber auch auf Stammtischen und Konferenzen wird das Thema Linkabbau immer wieder wild diskutiert. Macht Linkabbau wirklich Sinn oder ist es doch sogar eher kontraproduktiv? Falls man unbedingt Linkabbau betreiben muss: Worauf sollte man achten und wie sollte man vorgehen? In diesem Artikel findet ihr meine persönliche Sicht zu diesem Thema und eine Checkliste mit 11 wichtigen Punkten zum Linkabbau.

Bisher galt immer eher das Parole: „Besorge dir Links, dann wird deine Seite schon irgendwann zu deinem Wunschthema auf Seite 1 ranken.“ Eher unbekümmert sind viele unbedarfte Websitebetreiber getreu diesem Motto losmarschiert und haben sich Links bei mehr oder weniger dubioser Linkquellen besorgt. Nicht selten wurden ihnen von Linkverkäufern günstige aber auch eher minderwerte oder einfach schlechte Links von eher seltsamen Linkquellen aus Übersee und Asien angedreht. Während professionelle Suchmaschinenoptimierer bei solchen Linkangeboten eher das Weite gesucht haben, fehlt normalen Website- und Onlineshopbetreiber in der Regel das entsprechende Know-How und auch die Tools, um gute von schlechten Linkquellen zu unterscheiden.

Während diese Strategie des unbekümmerten Linkaufbaus in den letzten Jahren dennoch oft genug ohne Probleme funktioniert hat, hat Google via einiger Updates und auch direkter Verwarnungen über die Google Webmaster Tools in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass Qualität inzwischen vor Quantität geht. Was folgte war Panik in der SEO-Gemeinde: Linkabbau ja oder nein? Nicht selten wurden bereits innerhalb der ersten Tage Mails verschickt, in denen der Wunsch nach der Löschung eines Backlinks geäußert wurde ohne dabei offenbar zu bedenken, dass Google nun natürlich besonders genau Veränderungen von Linkstrukturen beobachtet. Inzwischen scheint sich sogar das Thema Linkabbau als neue SEO-Dienstleistung zu etablieren. Googles Schachzug hat also tatsächlich gefruchtet.

Macht Linkabbau Sinn und worauf sollte man achten?

Grundsätzlich kann man diese Frage nicht mit einem direkten ja oder nein beantworten. Es kommt immer auf den ganz speziellen Fall an. Wenn eine Seite von Google nicht abgestraft wurde, ist das Thema sowieso hinfällig – aber was, wenn es eine Seite böse erwischt hat und ggf. sogar zusätzlich noch ein „Blauer Brief“ in den Google Webmaster Tools auf den Webmaster wartet? Meiner Meinung nach sollte der Linkabbau grundsätzlich die letzte Option sein, um eine Website aus einer Penalty herauszuholen. Vorher sollten zunächst alle anderen Optionen prüfen werden, die ggf. zu einer Abstrafung geführt haben könnten und diese zeitnah korrigieren werden. Ist allerdings klar, dass die Backlinks für die Penalty verantwortlich sind, dann hat man eigentlich keine andere Wahl und muss den bitteren Schritt gehen: Linkabbau.

Dennoch sollte man nicht einfach wahllos irgendwelche Links löschen. Bei einem Thema wie diesem muss sogar noch vorsichtiger und genauer als beim Linkaufbau vorgegangen werden. Aus diesem Grund habe ich hier mal eine kleine Checkliste erstellt…

Checkliste für den Linkabbau

  1. Erstelle zunächst eine Liste mit allen eingehenden Backlinks.
  2. Ergänze die Backlinks um wichtige SEO-Metriken wie z.B. Sichtbarkeit, Google Pagerank, Moz-Rank, Server-Standort, Domainalter, Anzahl der Keywordrankings, Anzahl der Backlinks, etc.
  3. Checke die Domains einzeln und ergänze die Liste um die Punkte Themenrelevanz und Content-Qualität der Website.
  4. Erstelle eine weitere Liste mit den am häufigsten verwendeten Linktexten und ergänze die Linkliste um diese Informationen.
  5. Bewerte die Backlinks nun gemäß den o.g. Punkten nach ihrer Gesamtqualität – z.B. nach der Kategorie A, B, C – wobei A sehr gute und C eher schlechte Links sind.
  6. Prüfe nun ob ggf. eine Keywordpenalty vorliegt weil zu häufig mit dem selben Keyword verlinkt wurde. Professionelle SEO-Tools zeigen dir dies als Prozentwerte an.
  7. Gehe jetzt noch einmal die gesamte Liste durch und prüfe ein zweitesmal, ob die Bewertung objektiv ist oder ob es sich bei dem einen oder anderen C-Link nicht ggf. doch um einen B-Link handelt. Wenn du dir unsicher bist, frage eine zweite neutrale Person mit SEO-Background.
  8. Schaue nun in allen drei Kategorien, welche Links deiner Meinung nach am ehesten zur Penalty beigetragen haben und welche du gerne löschen würdest und markiere diese entsprechend. Ich bin kein Fan von nachträglichen Linktextänderungen – deswegen empfehle ich im Zweifel die komplette Löschung.
  9. Versuche die Backlinks zunächst selbst zu entfernen. Je nach Linkquelle ist dies ohne Probleme möglich. In anderen Fällen kontaktiere den Webseitebetreiber und bitte ihn deinen Link zu entfernen. Im besonders hartnäckigen Fällen muss ggf. eine Agentur kontaktiert werden, die sowas übernimmt.
  10. Achte darauf, dass nicht alle Links zum selben Zeitpunkt abgebaut werden, sondern dies über einen längeren Zeitraum (ggf. mehrere Wochen oder Monate) geschieht.
  11. Sobald du alle schlechten Links entfernt hast und vorher eine Verwarnung von Google erhalten hattest, heißt es abwarten. Nach einigen Wochen kann es durchaus sinnvoll sein, einen Wiederaufnahmeantrag bzw. einen Antrag auf erneute Prüfung bei Google zu stellen. Ob man in diesem Antrag andere Websitebetreiber anschwärzt die einem einen Link verkauft haben, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Ich freue mich auf eure Meinungen! 😉