NerdyDataKlassische Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo versuchen dem Nutzer ein möglichst breites Spektrum an Informationen zu liefern. Egal ob Texte, Videos, Bilder, Nachrichten oder Maps – der Umfang der Dienst aller gängigen Suchmaschinen wird immer größer. Jedoch liefern diese Suchmaschinen immer nur das, was der Nutzer bei seinem Besuch auf Website auch zu sehen bekommen würde. Doch alles was sich unter der Oberfläche befindet – nämlich im Quellcode – wird dem Nutzer nicht angezeigt. Genau diese Lücke möchte nun die neue Suchmaschine NerdyData füllen.

Bei der neuen Suchmaschine NerdyData handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der beiden US-Amerikaner Steven Sonnes und David Bielik. Aber NerdyData will mit seinen aktuell rund 140 Millionen gecrawlten Websites deutlich mehr bietet als nur die Suche nach bestimmten Begriffen im Quellcode. Zudem soll die Zielgruppe von NerdyData nicht nur auf reine Entwickler zielen, sondern auch auf Suchmaschinenoptimierer, Online-Marketers und Desigern. Der Haken an der Sache: Die Basis-Version mit 200 Credits pro Monat ist zwar kostenlos, für einige Suchanfragen sind oft aber schon mal 2 oder gar 3 Credits fällig. Wer mehr möchte, muss zur kostenpflichten Variante greifen: Für 1.200 Credits fallen 99 Dollar und für 3.000 Credits sogar stolze 149 Dollar an – pro Monat versteht sich. Die Frage ist nun: Lohnt die Investition? Ich habe mir die Funktionen mal angeschaut…

Search

Begonnen habe ich natürlich mit der Code-Suche. Hierzu habe ich einfach mal den String „document.getElementByld“ in das Suchfeld geworfen. Und tatsächlich: Die Suchmaschine NerdyData findet etwas mehr als einhundert Websites, die diesen String in ihrem Quellcode benutzen. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass es noch die oder andere Website mehr gibt, aber für den Anfang ist das schon mal nicht schlecht. Wer möchte, dann die Suchergebnisse auf Wunsch zusätzlich noch nach Relevanz und Popularität sortieren. Wer zusätzliche Filterfunktionen nutzen möchte, muss hier ein kostenpflichtiges Upgrade vornehmen.

NerdyData Search

Compare

Im zweiten Schritt habe ich mir die Vergleichsfunktion für Keywords vorgeknüpft und hier einfach mal so beliebte SEO-Begriffe wie „Kredit“, „Kreditvergleich“, „Ratenkredit“ und „Autokredit“ eingegeben. Aktuell sind maximal 5 Keywords pro Anfrage gleichzeitig möglich. Das Ergebnis zu meiner oberen Anfrage seht ihr im unteren Screenshot, wobei das Ergebnis wahlweise als kurze Liste mit den Werten oder als optische Bubbles dargestellt werden kann. In diesem Beispiel wurden zum Thema Kredit etwas über 36.000 Websites gefunden.

NerdyData Compare

SEO Search

Auf diesen Punkt war ich ja ganz ehrlich gesagt am meisten gespannt, aber was soll ich sagen… Diese Funktion scheint aktuell nicht zu funktionieren 🙁 Ich wurde aufgefordert mich zu registrieren. Das war ich aber natürlich schon und selbstverstädnlich auch eingeloggt, sonst hätte ich die ersten beiden Funktionen ja auch nicht testen können. Von daher kann ich euch hier (zumindest momentan), noch keine Informationen über den Funktionsumfang liefern. Schade 😛

NerdyData SEO Search

Backlinks

Als Nächstes habe ich dann den Backlink-Checker von NerdyData getestet. Dazu habe ich einfach mal einige Domains wie z.B. seo-handbuch.de in den Suchschlitz eingegeben. Der Umfang der gelieferten Backlinks scheint mir jedoch nicht ganz korrekt. Zumindest werden bei den von mir getesteten Websites eindeutig zu wenige Links angezeigt. Das Ergebnis selbst kann man sich wahlweise als Liste oder Screenshots anzeigen lassen. Die Liste beschränkt sich dabei allerdings auf den Domainnamen und den Title-Tag. Wo sich der Link tatsächlich befindet, wie der Ankertext lautet und mit welcher Ziel-URL die Seite verlinkt ist, bleibt dem Nutzer jedoch verborgen. Das gilt übrigens auch für die Screenshot-Variante. Aus meiner Sicht ist der Leistungsumfang hier dann doch etwas zu dünn. Da nützt es auch nicht viel, dass man sich die Liste herunterladen kann – wofür allerdings wieder ein kostenpflichtiges Upgrade notwendig ist.

NerdyData Backlinks

Image Locator

Ähnlich wie bei der SEO Search erging es mir leider auch beim Image Locator. Dies Tool soll eigentlich dabei helfen, illegal verwendete Bilder / Fotos aufzudecken. Für diesen Test habe ich dann absichtlich sehr bekannte Bilder ausprobiert, wie z.B. das Google-Logo und auch zahlreiche weitere bekannte Motive, die garantiert noch auf anderen Websites verwendet werden. Auch auf das Facebook-Logo ist der Image Locator nicht angesprungen. Die Frage ist nun: Müssen die kopierten Bilder in Größe, Dateiformat, Farbtiefe, etc. 100%ig mit dem Original identisch sein? Dann wäre diese Suche eher witzlos. Das kann die Spezialsuchmaschine TinEye und die Bildersuche von Google deutlich besser und einfacher.

NerdyData Image Locator

Fazit

Ein echtes Fazit möchte ich an dieser Stelle vorerst nicht geben, denn die wirklich ausgefeilten Suchmöglichkeiten von NerdyData sind nur in den kostenpflichten Paketen enthalten – wie beispielsweise die Suche nach SiteCatalyst-Accounts, Optimizely-IDs und AdSense-IDs, für welche dann mindestens 99 Dollar im Monat fällig werden. Für mich stellt sich an dieser Stelle die Frage: Lohnt sich der monetäre Aufwand? Die Testversion hat bei mir zumindest keinen Blumentopf gewinnen können – allein die Code-Suche finde ich wirklich praktisch. Zudem ist zumindest diese Funktion teilweise kostenlos. Was meint ihr dazu?