ElloEinige von euch haben bereits davon gehört: Es soll ihn geben, den ultimativen „Facebook-Killer“. Ello heißt das neue soziale Netzwerk und verspricht nicht nur absolute Werbefreiheit, sondern auch eine unkomplizierte Nutzung, sowie ein minimalistisches Design. Doch taugt Ello wirklich als Facebook-Killer oder ist das neue Netzwerk wieder nur heiße Luft? Immerhin hat es ja sogar Google+ schon schwer gegen den alten Platzhirsch Facebook. Inwiefern sich die Versprechungen der Ello-Macher bewahrheiten, habe ich getestet und nachstehend einen kleinen Einblick in Ello verfasst.

Ello vs. Facebook – Keine Registrierung ohne Einladung

Die Macher von Ello haben den Social-Media-Neuling großspurig als Anti-Facebook angekündigt und dabei erklärt, dass sich die Plattform nicht nur durch das minimalistische Design, sondern auch durch absolute Werbefreiheit auszeichnet. Auf diese Weise soll das gerade einmal vier Wochen alte Netzwerk in den direkten Konkurrenzkampf mit Facebook ziehen. Nach eigenen Angaben registrieren sich stündlich 30.000 neue Nutzer. Das entspricht 700.000 Neuanmeldungen pro Tag. Mir persönlich scheinen die Zahlen etwas hochgegriffen, aber nun gut. Wer sich wie ich neu bei Ello anmelden will, benötigt dazu die Einladung eines bereits registrierten Nutzers per E-Mail (vielen Dank an dieser Stelle an Björn Tantau). Der Gründer Paul Budnitz verspricht, dass es sich bei den Nutzern nicht um Produkte handelt. Diese Anspielung gilt dem Geschäftsmodell, welches bei Facebook und anderen Diensten praktiziert wird.

DT @ Ello

Übersichtlichkeit ist (nicht) alles bei Ello

Wer eine Einladung bekommen hat und die Plattform das erste Mal betritt, wird feststellen dass hier im Vergleich zu Facebook eine komplette Umgewöhnung erforderlich ist. Wer auf Ello Kontakte knüpfen will, muss auf die gewohnte Timeline verzichten. Aber auch die Seitenliste mit den Kontakten fehlt und den Farbflash sucht der Nutzer hier ebenfalls vergeblich. An dieser Stelle muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, ob diese Schlichtheit eher enttäuschend oder eine willkommene Abwechslung in Zeiten von Informationsüberfluss und dicken Werbebannern ist. Auf jeden Fall ist es beim ersten Besuch relativ schwierig, sich zurecht zu finden. Die Schlichtheit durch welche sich die Plattform auszeichnet, macht es dem User zunächst sehr schwer, sich durch die Benutzeroberfläche zu navigieren. Da sich das Netzwerk noch in der Testphase befindet, sind einzelne Menüpunkte wie zum Beispiel die Hilfe-Funktion nur in englischer Sprache verfügbar. Das macht es deutschen Usern nicht unbedingt leichter, sich auf der ohnehin schon minimalistisch gestalteten Seite sofort zurecht zu finden.

Die User entscheiden, was sie lesen wollen

Das wichtigste Merkmal welches ein soziales Netzwerk auszeichnet, ist die Kommunikation mit anderen Kontakten. Bei Ello herrscht dazu allerdings noch gähnende Leere. Das ist zwar nicht weiter verwunderlich, da sich die Plattform wie gesagt noch in den Kinderschuhen befindet und die Anfangsphasen von Twitter, Facebook und Co. am Anfang auch nicht anders ausgesehen haben, jedoch ist man auf den Konkurrenz-Plattformen schnell auf seine Kontakte gestoßen. Das Grundprinzip von Ello ist jedoch sehr einfach gehalten. Freunde werden hinzugefügt, indem sie als „Noise“ oder „Friends“ gekennzeichnet und so in das Netzwerk integriert werden. Über den Button „Friends“ werden die Kontakte auf der eigenen Startseite angezeigt. Über den Button „Noise“ werden Kontakte deklariert, welche zwar im Netzwerk mit dem eigenen Profil verknüpft sind, wobei deren Statusmeldungen jedoch nicht als besonders interessant empfunden werden. In wie fern diese Differenzierung Sinn macht, muss ebenfalls jeder für sich selbst entscheiden. Wie von den Machern angekündigt, kommt das Netzwerk tatsächlich komplett werbefrei aus, was sich als klarer Pluspunkt gegenüber Facebook und Co. definiert. Die Frage ist nur: Bleibt dies auch auf Dauer so? Irgendwie muss sich schließlich auch Ello finanzieren.

Keinen Einschränkung für FSK 18-Inhalte

Ein weiterer Pluspunkt findet sich in puncto „Privatsphäre-Einstellungen“. Während es bei Facebook anscheinend darum geht, sich durch einen Dschungel der Sicherheit kämpfen zu müssen, so geht es bei Ello wesentlich einfacher zu. Hier wurden Schieberegler zur Verfügung gestellt, welche ganz simpel mit „Yes“ und „No“ gekennzeichnet wurden. Damit entscheidet der User, wer die eigenen Inhalte sehen darf und wer nicht. Damit erobert Ello natürlich recht schnell das Vertrauen der User und grenzt sich von den unzähligen und oft gut versteckten Paragraphen ab, wie sie bei Facebook existent sind. Aktuell wird bei Ello auch noch nicht zensiert. Alle Inhalte können frei gepostet und geteilt werden. Im Gegensatz zu Facebook, wo einzelne Inhalte gesperrt oder entfernt werden, wenn beispielsweise zu viel nackte Haut zu sehen ist, scheint bei Ello momentan alles erlaubt zu sein. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen wirklichen Vorteil, jedoch gestaltet sich die neue Plattform somit flexibler, was einige User sicher freuen dürfte. Eine kleine Einschränkung gibt es in Bezug auf entsprechende Inhalte aber doch zu beachten. Eindeutige Posts müssen mit der Abkürzung „NSFW“ gekennzeichnet werden. Das bedeutet: Not Safe For Work und kann mit „Nicht arbeitsplatztauglich“ übersetzt werden.

Jetzt seid ihr gefragt: Was haltet ihr von Ello? Seid ihr schon bei Ello angemeldet? Hat Ello das Zeug zum Facebook-Killer? Wer noch eine Einladung zu Ello haben möchte: Einfach hier im Blog kommentieren (mit E-Mail-Adresse!). Sofern ich freie Einladungen habe, schicke ich diese dann zeitnah raus 😉